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Christsein – das ist Internationalität, ist globale Geschwisterschaf

Erlebbar wurde genau dies auf der 13. Weltmissionskonferenz in Arusha am Mount Meru, die zum zweiten Mal ihrer Geschichte auf dem afrikanischen Kontinent stattfand. Über 1.000 Teilnehmende von sechs Kontinenten erreichten den Kilimanjaro Airport, um vom 8.-13. März 2018 auf dem Boden der zweitgrößten lutherischen Kirche der Welt, in Tansania, über das Motto:

 

„Moving in the Spirit – called to transforming discipleship“/ „Bewegt vom Heiligen Geist – berufen zu verwandelnder Nachfolge“ sechs intensive Tage der Begegnung und des Austausches zu erleben.

Weltmissionskonferenzen finden ca. alle 10 Jahre auf einem der Kontinente statt und gelten damit als eines der größten ökumenischen Treffen auf internationaler Ebene. Es reisten neben den protestantischen Vertretern, Christen aus der römisch-katholischen Kirche, aus den orthodoxen, anglikanischen, evangelikalen und pfingstlerischen Kirchen an. Zur Delegation aus Deutschland gehörten dabei 40 Personen.

Die Themen, die Ausrichtung und auch die Zusammensetzung der Weltmissionskonferenzen haben sich seit der ersten Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh/Schottland deutlich verändert: Waren es damals – und so ist es gut noch auf Fotos zu erkennen – vor allem ältere Herren aus dem europäischen Kontext, die ihre Kirchen und Missionsgesellschaften repräsentierten und darüber berieten, wie sie die Mission auf den anderen Kontinenten ausbreiten, verstärken und das Evangelium zu den Menschen der südlichen Kontinente bringen sollte, so wurde in Arusha die Buntheit und die Vielfalt sichtbar.

In Arusha wurde das Ziel des Weltrates der Kirchen fast erreicht: es sollten hälftig Männer wie Frauen sein, es sollte die Hälfte der Teilnehmenden aus dem globalen Süden kommen, es sollten 30% Junge Menschen unter 30 Jahren sein.

 

Blick auf den Kilimandscharo

Weltmissionskonferenz in Tansania

 

Thematisch beschäftigten sich die Konferenzteilnehmenden intensiv mit Formen und Möglichkeiten der Nachfolge und erfuhren von den Referenten, wie in den jeweiligen Kulturen und gesellschaftlichen Situationen Nachfolge

 

im Glauben an Jesus Christus möglich ist, ob es im säkularen Kontext ist oder im multireligiösen, ob unter autoritären Regimen oder in Demokratien. Zentral griff die Konferenz das Anliegen der letzten Weltmissionskonferenzen auf, dass Mission heute sich überall ereignet und nach überall hin passiert. Mission ist keine Privatangelegenheit, sondern kann höchst politische und gesellschaftsverändernde Konsequenzen haben, wenn die Christ*innen in der Nachfolge sich selbst in ihrem Leben durch den Glauben an Jesus Christus verändern lassen und damit auch ein Zeichen und Vorbild sind in ihrer Familie, in ihrer Gesellschaft.

Deutlich nehmen Weltmissionskonferenzen, so auch diese, die Bedeutung des gerechten Friedens in der Welt in den Blick, der nicht auf Kosten anderer geschehen soll, sondern Frieden und Gerechtigkeit für alle bringen soll.

Damit sendeten die Teilnehmenden am Ende der Konferenz einen Ruf aus Arusha in die Weltgemeinschaft, der mit einem Gebet endete: denn diese internationalen Begegnungen fühlten sich bewegt und getragen vom ständigen Gebet, Lobpreis, Anbetung und in der Gewissheit, dass es letztendlich die Bitte an Gott ist, er möge mit seinem Heiligen Geist uns alle berufen zu verwandelnder Nachfolge.

 

Michaela Fröhling,

Referentin im Berliner Missionswerk

für den missionarischen Dienst der EKBO,

früher Pfarrerin in Neustadt (Dosse)